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Kirche und Staat

Wofür wird die Kirchensteuer verwendet?

Nur ein geringer Teil der Kirchensteuer wird für soziale Zwecke verwendet. Der grösste Anteil fliesst in die Löhne von Pfarrpersonen und Kirchenpersonal sowie in den Unterhalt der Kirchengebäude. Über die Verteilung entscheiden die Kirchgemeinden – das Budget wird an der jährlichen Kirchgemeindeversammlung von den Mitgliedern beschlossen.

Nur ein kleiner Teil der Kirchensteuer fliesst in soziale Zwecke. Der grösste Anteil geht in Löhne und den Unterhalt der Gebäude – die Hauptaufgabe der Kirchgemeinden ist es, die materiellen Voraussetzungen für das kirchliche Leben sicherzustellen.

Kurz gefasst

FrageAntwort
Wer entscheidet über die Verwendung?Die Kirchgemeinde
Grösster KostenblockLöhne von Pfarrpersonen und Kirchenpersonal
ZweitgrössterUnterhalt und Betrieb der Kirchengebäude
Anteil für soziale ZweckeGering
Fliesst Geld auch ohne Steuern?Ja – Staatsbeiträge, Spenden, eigene Erträge

Woher das Geld der Kirchen kommt

Die Mittel für kirchliche Aufgaben in der Schweiz stammen aus mehreren Quellen:

  • Kirchensteuern von natürlichen Personen
  • Kirchensteuern von juristischen Personen, also Unternehmen
  • Beiträge der öffentlichen Hand – Kantone und Gemeinden
  • Freiwillige Spenden
  • Eigene Erträge aus Mieten, Dividenden und Renditen

Die Kirchensteuer ist damit nicht die einzige Einnahmequelle – aber die grösste und die einzige, auf die Sie mit Ihrem Austritt direkt Einfluss haben.

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Wofür die Kirchensteuer verwendet wird

Für die Verteilung der Gelder sind die Kirchgemeinden zuständig. Über alle Kirchgemeinden hinweg ergibt sich ungefähr folgendes Bild:

BereichAnteilWas dazugehört
Personal & Seelsorge~50 %Löhne, Pfarrpersonen, Seelsorge, Kirchenmusik
Gebäude & Unterhalt~20 %Kirchen, Pfarrhäuser, Infrastruktur
Soziales, Bildung & Kultur~15 %Diakonie, Beratung, Jugendarbeit, Anlässe
Verwaltung & Beiträge~15 %Organisation, Abgaben an die Landeskirche

Es sind Näherungswerte für den Durchschnitt einer Kirchgemeinde. Die genaue Aufteilung ist kantonal und je Kirchgemeinde unterschiedlich und wird pro Landeskirche separat ausgewiesen. Quelle: Kirchenstatistik/SPI; kath.ch.

Der grösste Block ist damit das Personal. Für soziale, kulturelle und Bildungsangebote zusammen bleibt rund ein Siebtel der Mittel.

Wie viel nehmen die Kirchen ein?

Die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche nehmen zusammen schätzungsweise 1,5 bis 1,7 Milliarden Franken Kirchensteuer pro Jahr ein. Eine offizielle, schweizweit konsolidierte Zahl existiert nicht – jeder der 26 Kantone führt eine eigene Rechnungslegung. Bezug: rund 2017–2021, Quelle: Kirchenstatistik/SPI.

Herkunft der KirchensteuerAnteil
Mitglieder (natürliche Personen)~2/3
Unternehmen (juristische Personen)~1/3

Rund ein Drittel stammt also von Unternehmen, obwohl diese keine Konfession haben. Das ist politisch umstritten, wurde vom Bundesgericht 2010 aber bestätigt.

Dazu kommen Vermögen, Immobilien und Fonds. Eine gesamtschweizerische Zahl dazu ist nicht sauber belegt; seriöse Schätzungen bewegen sich im Milliardenbereich. Transparente, konsolidierte Zahlen fehlen bis heute.

Wer über die Verwendung entscheidet

Das Budget wird an der jährlichen Kirchgemeindeversammlung beschlossen – von den anwesenden Kirchenmitgliedern. Wer Mitglied ist, hat dort Stimmrecht. Wer ausgetreten ist, bezahlt nicht mehr und stimmt nicht mehr mit.

Wie viel Sie selbst bezahlen und wie sich der Betrag zusammensetzt, zeigt die Übersicht zu den Kirchensteuern in der Schweiz.

Häufige Fragen

Wofür wird die Kirchensteuer verwendet?

Rund 50 Prozent gehen in Personal und Seelsorge, etwa 20 Prozent in Gebäude und Unterhalt, je rund 15 Prozent in Soziales, Bildung und Kultur sowie in Verwaltung und Beiträge. Näherungswerte, Quelle: Kirchenstatistik/SPI.

Wer entscheidet über die Verwendung?

Die Kirchgemeinden. Das Budget wird an der jährlichen Kirchgemeindeversammlung von den anwesenden Kirchenmitgliedern beschlossen.

Woher kommt das Geld der Kirchen sonst noch?

Aus Kirchensteuern von Unternehmen, Beiträgen von Kantonen und Gemeinden, freiwilligen Spenden sowie eigenen Erträgen aus Mieten, Dividenden und Renditen.

Wie viel nehmen die Kirchen pro Jahr ein?

Die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Kirche nehmen zusammen schätzungsweise 1,5 bis 1,7 Milliarden Franken Kirchensteuer pro Jahr ein (Bezug rund 2017–2021). Rund zwei Drittel stammen von Mitgliedern, ein Drittel von Unternehmen. Eine offiziell konsolidierte Schweizer Zahl existiert nicht. Quelle: Kirchenstatistik/SPI.

Habe ich als Mitglied Mitsprache?

Ja. Wer Mitglied ist, hat an der Kirchgemeindeversammlung Stimmrecht. Wer ausgetreten ist, bezahlt nicht mehr und stimmt nicht mehr mit.

Stand: August 2026 · Kirchenaustritt Schweiz

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